
Das Naturschutzgebiet Calauer Schweiz verfügt über ein reichhaltiges Angebot von
Pflanzen. Dem Beobachter offenbart sich hier eine Vielfalt und Farbenpracht, wie sie nur
noch ganz selten in Deutschland anzutreffen ist. Selbst
vom Aussterben bedrohte
Pflanzenarten wie der Königsfarn sind hier zu Hause.

Die Wälder der Calauer Schweiz zeichnen sich besonders durch Ihren Pilzreichtum aus.
In den kleinen Tälern und auf den Höhen wachsen Wald- oder Gemeine Kiefern, die teilweise
bis zu 150 Jahre alt sind, Roteichen, Stieleichen und Weymouthskiefern.
An den Hängen wachsen Blau- oder Heidelbeeren und Preiselbeeren.
Hoch oben in den Kiefern sieht man große grüne Büsche. Es ist die gabelästige, immergrüne
Mistel, ein Halb-schmarotzer der mit Senkwurzeln fest verankert auf den Ästen lebt.
Die weißlichen Beeren, für den Menschen giftig, werden gern von den Vögeln gefressen.
Die Misteln sind Forstschädlinge, die die Bäume sogar zum Absterben bringen können.
In den Tälern stößt man teilweise auf versumpfte Bereiche. Hier wachsen u. a. noch
der Rundblättrige Sonnentau, Gemeine Glockenheide, das Sumpf-veilchen und das
Schmalblättrige Wollgras sowie Rippen- und Königsfarn.

Der Anbau des Buchweizens, auch Heidekorn genannt, kann in Deutschland bis in das
14.
Jahrhundert zurückverfolgt werden.
Als Nahrungsmittel unserer Vorfahren gedeiht
diese anspruchslose Pflanze auf dem kargen Boden dieser Gegend.
Seiner Bekömmlichkeit
und gesundheitsfördernden Wirkung verdankt das Heidekorn, daß
es auch heute wieder
angebaut wird.

Die Heimat des Buchweizens sind die zentralasiatischen Hochlagen in Kleinasien. Bereits
vor 6.000 Jahren
wurde er dort in Höhenlagen bis zu 3.000 Metern angebaut. Wandernde Mongolen säten ihn
als eine der ersten Körnersorten auf ihren kurzen Rasten,
so wie es südrussische
Nomaden zum Teil
heute noch tun. Die Reiterheere des Mongolen-herrschers Dschingis
Khan brachten den Buchweizen im 13. Jahrhundert aus dem heidnischen Land nach
Mitteleuropa - daher
wohl die Bezeichnung “Heidekorn”.
Aufgrund seiner
kurzen Vegetationszeit und geringen Standortansprüche bot er Hilfe gegen die immer wieder
auftretenden Hungersnöte. Er bürgerte sich schnell ein und zählte bald zu den
gebräuchlichen Feldfrüchten. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Buchweizenanbau in
Mitteleuropa seine größte Flächenausdehnung.
In dieser Zeit war die Frucht gleichbedeutend mit anderen mehlliefernden Pflanzen.
Nach 1945 ging der Anbau des Buchweizens in Deutschland stark zurück. Das als
“arme-Leute-Essen”
bezeichnete “Pseudo-Getreide”, das aufgrund modernerer Anbaumethoden auch
ärmere Böden eroberte wurde verdrängt. Der Buchweizen geriet in Vergessenheit.
Ab 1960 führen ihn weder deutsche noch
EG-Statistiken.

Die ersten Nachweise für Kultur des Buchweizens in der Niederlausitz stammen aus dem
Jahr 1542.
Die “Plinsdörfer” Gosda, Weißag und Zwietrow südlich der Calauer Schweiz zeugen noch
heute vom traditionellen Anbau des “Heedekorns”.
Ihr Name verweist auf
die früher
häufig zubereiteten Buchweizenplinsen. Auf dem sogenannten “Grützweg”,
dem Weg von
Gosda nach Großräschen,
trugen die Frauen
aus den “Plinsdörfern” einmal in der Woche Lebensmittel auf den
Wochenmarkt, um sie dort zu verkaufen.
Der Buchweizen, den die armen Bauern der
“Plinsdörfer” anbauten, wurde in Wassermühlen gemahlen.
Die “Alte Mühle”
und die “Fuchsmühle” in Zwietow sind noch heute funktionstüchtig,
werden aber elektrisch betrieben.

Buchweizen (lateinisch: Fagopyrum esculentum) gehört zur Familie der Knöterichgewächse.
Seinen Namen verdankt
er einerseits der Ähnlichkeit seiner Früchte mit den Bucheckern und andererseits der
möglichen Verarbeitung und Verwendung wie Körner
des Weizens.
Die strauchige,
blattreiche Pflanze wird bis zu 50 cm hoch. Der rötliche Stengel trägt herzförmige
Blätter. In dichten Rispen wachsen die weißen bis hellrosa gefärbten, stark riechenden
Blüten. Die Früchte sind etwa 5-8 mm groß, dreikantig und haben eine dunkelbraun
glänzende Schale.
Da Blüte und Reife der Samen in unregelmäßigen Zeiträumen stattfindet, trägt die
einjährige Buchweizenpflanze meist Blüten und Früchte in unterschiedlichem Reifezustand.
Im Vergleich mit anderen alten Kulturpflanzen verlangt Buchweizen nur einen geringen
Arbeitsaufwand. Er ist sehr widerstandsfähig und in Bezug auf die Ansprüche an Boden und
Klima sehr genügsam.
Allerdings ist Buchweizen sehr frostempfindlich. Daher
findet die Aussat erst am 25. Mai statt. Zur Saat sollte es feucht aber zur Reife trocken
sein. Zur Bestäubung sind reichlich Insekten notwendig. Geerntet wird der Buchweizen
Ende August bis Anfang September. Die Früchte werden sofort nach der Ernte gereinigt und
getrocknet. Danach sind sie über Jahre lagerungsfähig.